+++  Es gibt wieder leckere Forellen  +++     
Link verschicken   Drucken
 

Pädagogische Konzeption

Die Konzeption der Illertalschule ist durch fünf wesentliche Komponenten geprägt:

 

1) Die Ganzheitlichkeit.

Die Bildungs- und Erziehungsarbeit an der Illertalschule ist durch einen ganzheitlichen Ansatz gekennzeichnet. Körper, Seele und Geist werden gleichermaßen gefordert und gefördert.

 

2) Das Lernen durch Tun.

Die Stärken unserer Schüler1 sind Ausgangspunkt all unserer Bemühungen. Insgesamt werden an der Illertalschule sechs ganzjährige und alle Schulstufen umfassende Projekte durchgeführt. Diese Projekte liegen im land- und forstwirtschaftlichen Bereich. Alle Projekte sind in einer Schülerfirma zusammengefasst. Durch diese Schülerfirma können die Schüler in einer „Ernstsituation“ Eigeninitiative und Eigenverantwortung, wirtschaftliches Denken und Handeln und eine größere Mitverantwortung am Schulalltag entwickeln.

 

3) Die Ausrichtung auf die spätere Berufs- und Arbeitswelt.

Schon ab der Eingangsstufe versuchen wir in unserer Projektarbeit und in der Schülerfirma Schlüsselqualifikationen bei unseren Schülern anzubahnen und aufzubauen. Im 7. Schuljahr gehen die Schüler dann zum ersten Mal in ein einwöchiges Praktikum und gleichzeitig beginnt die Begleitung und Beratung der Schüler durch die Berufsberatung des Arbeitsamts. Sie wird bis zum 9. Schuljahr fortgesetzt. Im 8. Schuljahr führen wir ein 2 x 2-wöchiges Praktikum durch. Im 9. Schuljahr mündet diese Hinführung auf die Berufs- und Arbeitswelt in einen wöchentlichen „Betriebspraktischen Tag“. Außerdem beginnt im 9. Schuljahr die Kooperation mit der Berufsschule (Matthias – Erzberger - Schule und Karl-Arnold-Schule in Biberach).

 

4) Die Kooperation mit dem Kreisjugendamt.

An der Illertalschule wurde vor vielen Jahren in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendamt eine sozialpädagogische Gruppe eingerichtet, deren Träger mittlerweile „Lernen Fördern“ ist. Im Laufe des aktuellen Schuljahres soll noch eine zweite Gruppe in Bonlanden eröffnet werden. 10 bis 17 Schüler unserer und umliegender Schulen werden von zwei Erziehern in enger Kooperation mit den jeweiligen Klassenlehrern und den Mitarbeitern des Sozialen Dienstes des Kreisjugendamtes betreut. Für jedes Kind in dieser Gruppe werden in enger Kooperation unter den genannten Stellen (Gruppe, Schule, Kreisjugendamt) Förderpläne erstellt, um das Sozialverhalten der Kinder zu korrigieren oder zu stabilisieren.

 

5) Die Erziehung zu einer sinnvollen Freizeitgestaltung.

An der Illertalschule besteht im Rahmen des Lehrbeauftragten Programms, sowie des Jugendbegleiterprogramms ein 10 Wochenstunden umfassendes Angebot im musisch-sportlichen-hauswirtschaftlichen Bereich. Außerdem können sich die Schüler schon jetzt an 2 Nachmittagen an Sport-AGs beteiligen.

 

Aus der pädagogischen Konzeption geht hervor, dass die Illertalschule ein Lern- und Lebensraum für die Schülerinnen und Schüler sein soll.

 

Kinder, die ein sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit Förderschwerpunkt Lernen besuchen, haben - neben vielen positiven Eigenschaften- ein sehr breites Spektrum von Defiziten. Defizite im Lern- und Leistungsverhalten, Defizite im Sozialverhalten, Defizite im emotionalen Verhalten, Defizite in der Motorik, usw. Die Liste könnte beliebig fortgesetzt werden, vor allem im Hinblick auf die zunehmende Häufigkeit von Verhaltensauffälligkeiten (aggressive Kinder, hyperaktive Kinder, ADS-Kinder, usw.). Natürlich ist die Liste beim einzelnen Schüler nicht immer gleich lang und oft sehr unterschiedlich, aber bei jedem Schüler sind es mehrere Faktoren, die zusammen dazu geführt haben, dass er nun ein SBBZ besucht. Viele Wege, die in der Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen sonst beschritten werden können, sind bei unseren Schülern „defekt" oder „verschüttet“.

 

Aufgabe der Lehrer ist es, die defekten Wege zu reparieren, die verschütteten Wege wieder frei zu räumen und neue Wege zu erschließen, um dem betreffenden Schüler nach seiner Schulzeit eine selbständige Lebensführung zu ermöglichen.

 

Diese schwierige Aufgabe kann aber nur gelingen, wenn die Rahmenbedingungen für eine positive Lernatmosphäre gegeben sind. Dazu gehört eine ruhige, angstfreie und wertschätzende Lernumgebung.

 

Jeder Lehrer erarbeitet gemeinsam mit seiner Klasse Klassenregeln, welche in einem für die Klasse passenden Format eingefordert und kontrolliert werden. Dabei ist auf eine positive Verstärkung zu achten. Die Maßnahmen bei kleineren Regelverstößen kann jeder Lehrer individuell mit seiner Klasse absprechen. Wichtig ist dabei, dass alle Maßnahmen transparent sind und konsequent umgesetzt werden.

 

Bei groben Regelverstößen ist immer die Schulleitung zu beteiligen. Gewalt gegen Personen oder Dinge werden an der Illertalschule grundsätzlich in keinster Weise toleriert.

 


 

1 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Peronenbzeichnungen gelten gleichermaßen für beiderlei Geschlechter.